Hiragana lernen: so hast du die japanische Schrift schnell drauf

Dieser Artikel wurde zuletzt im Juni 2026 aktualisiert & geprüft.

Hand schreibt Hiragana Zeichen in ein Notizbuch

Die japanische Schrift sieht auf den ersten Blick nach einer unüberwindbaren Mauer aus – das geht fast jedem so. Die gute Nachricht: Der Einstieg ist viel machbarer, als er wirkt. Denn nicht alles an der japanischen Schrift ist gleich schwer. Die beiden Silbenalphabete Hiragana und Katakana – zusammen die „Kana“ – lernst du in ein bis zwei Wochen. Die wirklich langwierigen Zeichen sind die Kanji, und die kommen erst viel später.

Hier zeige ich dir, in welcher Reihenfolge du vorgehst, wie du dir die Zeichen mit Eselsbrücken einprägst und womit du am besten übst – damit du nicht wochenlang im Kreis lernst, sondern schnell lesen kannst.

Kurz gesagt: Wie lernt man Hiragana?

Lerne die 46 Hiragana in Fünfergruppen (a-i-u-e-o, ka-ki-ku-ke-ko …), nutze Eselsbrücken und schreibe jedes Zeichen mit der Hand. Mit täglich 15–20 Minuten hast du Hiragana in ein bis zwei Wochen drauf, Katakana danach noch schneller. Fang mit Hiragana an – Katakana folgt nach demselben Prinzip.

Hiragana, Katakana, Kanji – was ist was?

Bevor du loslegst, hilft ein kurzer Überblick, denn Japanisch nutzt drei Schriftsysteme parallel:

  • Hiragana (46 Grundzeichen): das Arbeitspferd der Schrift – für japanische Wörter, Grammatik und Endungen. Hiermit fängst du an.
  • Katakana (46 Grundzeichen): gleiche Laute, andere Form – vor allem für Lehnwörter aus anderen Sprachen (z. B. コーヒー für „Kaffee“).
  • Kanji (mehrere Tausend): die aus dem Chinesischen übernommenen Bedeutungszeichen. Für flüssiges Lesen brauchst du rund 2.000 – das ist der Langzeit-Brocken, nicht dein Einstieg.

Der entscheidende Punkt: Kana sind ein geschlossenes System. 46 Zeichen je Alphabet, dann hast du es. Genau deshalb sind sie der ideale erste Schritt. Wie sich das in den Gesamt-Lernaufwand einordnet, habe ich hier aufgeschlüsselt: Wie lange dauert es, Japanisch zu lernen?

Hiragana oder Katakana – was zuerst lernen?

Klare Empfehlung: Hiragana zuerst. Es begegnet dir im Japanischen am häufigsten, ist die Grundlage für Grammatik und Lehrbücher und bereitet dich aufs Lesen vor. Katakana lernst du danach – es funktioniert nach demselben Prinzip, und viele Zeichen haben eine ähnliche Logik, sodass der zweite Durchgang spürbar schneller geht. Beides gleichzeitig zu lernen führt nur zu Verwechslungen. Eins nach dem anderen ist der schnellere Weg.

Wie lange dauert es, Hiragana zu lernen?

Mit täglich 15–20 Minuten konzentriertem Üben hast du Hiragana in ein bis zwei Wochen sicher drauf. Katakana danach oft in unter einer Woche. Das „sicher“ ist wichtig: Die Zeichen einmal gesehen zu haben reicht nicht – du musst sie ohne Nachdenken erkennen. Dafür braucht es Wiederholung über mehrere Tage, nicht einen einzigen langen Lernmarathon. Wer dranbleibt, liest nach zwei bis drei Wochen beide Kana flüssig.

Lernmaterialien fuer Hiragana und Katakana auf dem Schreibtisch

In 5 Schritten Hiragana lernen

  1. In Fünfergruppen lernen: Die Kana sind in der „Gojūon“-Tabelle logisch geordnet – a, i, u, e, o, dann ka, ki, ku, ke, ko und so weiter. Nimm dir pro Lerneinheit eine bis zwei Gruppen vor, nicht alles auf einmal.
  2. Eselsbrücken nutzen: Verknüpfe jedes Zeichen mit einem Bild (siehe unten). Das Gehirn behält Bilder viel besser als abstrakte Striche.
  3. Von Hand schreiben: Schreib jedes Zeichen ein paar Mal in der korrekten Strichreihenfolge. Das Schreiben verankert die Form deutlich tiefer als reines Anschauen.
  4. Aktiv abfragen: Teste dich mit Karteikarten oder einer App – nicht nur erkennen, sondern aus dem Gedächtnis abrufen. Falsch erinnerte Zeichen wandern zurück in den Stapel.
  5. Sofort anwenden: Lies einfache Wörter, die nur aus den schon gelernten Zeichen bestehen. Erfolg motiviert und festigt das Gelernte.

Eselsbrücken und Merkhilfen

Merkhilfen sind beim Kana-Lernen der größte Beschleuniger. Das Prinzip: Du verbindest die Form des Zeichens mit einem Bild, das an seinen Laut erinnert. Ein paar Beispiele für Hiragana:

  • き (ki): sieht aus wie ein Key (Schlüssel) – „ki“ wie der englische Schlüssel.
  • く (ku): ein geöffneter Schnabel oder ein Kuckuck, der „ku“ ruft.
  • つ (tsu): eine Welle – stell dir einen Tsunami vor.
  • め (me): ein Auge mit Wimpern – „me“ wie englisch me beim Blick in den Spiegel.

Du musst dir solche Bilder nicht alle selbst ausdenken – fertige Eselsbrücken-Sets gibt es in vielen Lern-Apps und PDFs. Wichtig ist nur, dass die Verknüpfung für dich persönlich Sinn ergibt, dann sitzt sie.

Womit üben? Apps, PDFs und Karteikarten

Drei Werkzeuge haben sich beim Kana-Lernen bewährt, und du kombinierst sie am besten:

  • Karteikarten (auch digital): ideal fürs aktive Abfragen mit wachsenden Wiederholungsintervallen. So bleiben die Zeichen dauerhaft hängen.
  • Apps: praktisch für unterwegs und für schnelles Quizzen zwischendurch.
  • Übungsblätter (PDF): fürs Schreiben mit der Hand und die korrekte Strichreihenfolge.

Wenn du gern mit kostenlosen, seriösen Materialien startest: Der öffentliche Sender NHK World-Japan bietet unter Learn Japanese kostenlose Grundlagen samt Audio an – ein guter, werbefreier Anlaufpunkt.

Und dann? Vom Kana zum Wortschatz

Sobald du die Kana lesen kannst, ist die größte Einstiegshürde genommen – jetzt geht es um Vokabeln und einfache Sätze. Genau hier zahlt sich ein strukturierter Kurs aus, der dir nicht nur Zeichen, sondern direkt brauchbares Alltagsjapanisch beibringt. Wenn dein Ziel eine konkrete Reise ist, lohnt der Blick auf den Japanisch-Crashkurs für die Reise.

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Häufige Fragen zum Hiragana lernen

Wie lange dauert es, Hiragana zu lernen?

Mit täglich 15 bis 20 Minuten hast du die 46 Hiragana in ein bis zwei Wochen sicher drauf. Katakana lernst du danach meist in unter einer Woche, weil das Prinzip dasselbe ist.

Soll ich zuerst Hiragana oder Katakana lernen?

Fang mit Hiragana an. Es kommt im Japanischen am häufigsten vor und ist die Basis für Grammatik und Lehrbücher. Katakana folgt danach nach demselben Muster und geht dann schneller.

Muss ich Kanji lernen, um Japanisch zu sprechen?

Zum Sprechen und für die Urlaubsverständigung brauchst du keine Kanji. Sie sind erst fürs flüssige Lesen nötig und ein langfristiges Ziel. Starte mit den Kana und baue erst danach schrittweise Kanji auf.

Wie lerne ich Hiragana am schnellsten?

Lerne in Fünfergruppen, nutze Eselsbrücken, schreibe jedes Zeichen von Hand und frage dich aktiv mit Karteikarten oder einer App ab. Diese Kombination ist deutlich schneller als reines Anschauen einer Tabelle.

Über die Autorin: Laura Klein

Laura Klein hat Dutzende Intensiv- und Crashkurse durchlaufen und beschäftigt sich mit dem Lernen unter Zeitdruck – also genau damit, wie man sich ein abgeschlossenes Pensum wie die Kana möglichst effizient draufschafft. Für diesen Leitfaden hat sie die bewährten Methoden zum Hiragana- und Katakana-Lernen zusammengetragen und praxisnah aufbereitet. Mehr über Laura